Lenire Gerät bei Tinnitus

Das Lenire Device von Neuromod ist eine nicht-invasive Therapie gegen Tinnitus. Die Methode kombiniert Klang- und Zungenstimulation und gilt als eine der vielversprechendsten neuen Behandlungen bei Tinnitus in Deutschland.

Neue Medikamente gegen Tinnitus: Lenire device

Tinnitus – das ständige Klingeln, Rauschen oder Pfeifen in den Ohren – betrifft in Deutschland rund 10 Millionen Menschen. Lange Zeit galt chronischer Tinnitus als kaum behandelbar. Neue Ansätze in der Neurologie und Audiologie verändern dieses Bild. Eines der vielversprechendsten Tinnitus-Geräte, die in jüngster Zeit auf den Markt gekommen sind, ist das Lenire Device von Neuromod.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden wie Geräuschmasking oder Verhaltenstherapie setzt Lenire auf bimodale Neuromodulation – eine Technik, die gezielt zwei verschiedene Nervenbahnen gleichzeitig stimuliert und dadurch die Gehirnaktivität positiv verändert. Das Lenire Tinnitus-Gerät ist in der EU und den USA zugelassen, klinisch erprobt und greift auf über 136 internationale Patente zurück.

Arzt zeigt einem Patienten ein Hörgerät aus Kunststoff
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Was ist das Lenire Device von Neuromod?

Das Lenire Device wurde vom irischen Unternehmen Neuromod Devices Ltd entwickelt und basiert auf dem Prinzip der bimodalen Neuromodulation. Der Name Lenire stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „lindern“ – ein Versprechen, das das Gerät in mehreren groß angelegten klinischen Studien unter Beweis gestellt hat.

Ziel der Therapie ist es, die neuronale Überaktivität im Gehirn zu regulieren, die als wesentliche Ursache von subjektivem Tinnitus gilt. Wenn das Gehirn infolge eines Hörschadens beginnt, sich fehlerhaft neu zu vernetzen (maladaptive Neuroplastizität), können Tinnitus-Symptome entstehen. Das Lenire Device setzt hier an: Durch spezifische Reize wird die Gehirnaktivität neu kalibriert.

Das System besteht aus drei Komponenten: dem Lenire Controller (das Steuergerät), dem Lenire Tonguetip™ (ein sanfter Zungenimpulsgeber) und kabellosen Kopfhörern. Alle drei Teile werden individuell auf das Hör- und Tinnitus-Profil des Patienten eingestellt. Die Behandlung findet ausschließlich zu Hause statt und wird von intensiv geschulten Lenire-Behandlern begleitet.

Wie funktioniert die Lenire Behandlung?

Die Lenire Behandlung kombiniert akustische Reize über kabellose Kopfhörer mit leichten elektrischen Impulsen auf der Zunge. Diese gleichzeitige Stimulation – auch duale Stimulation oder bimodale Neuromodulation genannt – beeinflusst die Signalverarbeitung im Gehirn positiv und kann die Wahrnehmung von Tinnitus deutlich reduzieren.

Der Lenire Tonguetip™ wird komfortabel in den geschlossenen Mund genommen und gibt sanfte elektrische Impulse auf die Zungenoberfläche ab. Gleichzeitig spielen die kabellosen Kopfhörer speziell komponierte Klangmuster, die auf das individuelle Hörprofil des Patienten abgestimmt sind. Diese Doppelstimulation aktiviert die somatosensorischen und auditiven Nervenbahnen gleichzeitig – und fördert so eine adaptive Neuroplastizität im Gehirn.

Das Ergebnis: Das Gehirn lernt, dem Tinnitus weniger Aufmerksamkeit zu schenken. In klinischen Studien mit mehr als 600 Teilnehmenden konnte Lenire seine Wirksamkeit und Sicherheit nachweisen – und übertraf dabei in einer Studie sogar die alleinige Soundtherapie bei moderatem bis schwerem Tinnitus.

Die empfohlene Anwendung umfasst zwei 30-minütige Sitzungen pro Tag, die in einer ruhigen Umgebung stattfinden sollten. Die tägliche Nutzung lässt sich problemlos in den Alltag integrieren – sitzend, entspannt lesend oder in einer bequemen Liegeposition.

Überblick über die Lenire-Komponenten:

  • Lenire Controller: Das tragbare Steuergerät zur Anpassung von Behandlungsdauer, Lautstärke und Zungenimpuls-Intensität.
  • Lenire Tonguetip™: Gibt sanfte elektrische Impulse auf die Zungenoberfläche ab – angenehm und nicht schmerzhaft.
  • Kabellose Kopfhörer: Spielen individuell abgestimmte Klangteppiche synchron mit der Zungenstimulation ab.

Ablauf der Lenire Therapie in drei Schritten:

  • Schritt 1 – Diagnose & Anpassung: Besuch eines Lenire-Behandlers, Hörtest und individuelle Gerätekonfiguration.
  • Schritt 2 – Heimtherapie: Tägliche Anwendung zu Hause (2 x 30 Minuten), Zwischenkontrolle nach 6–12 Wochen.
  • Schritt 3 – Abschlusskontrolle: Auswertung der Behandlungsfortschritte nach 12–24 Wochen, Entscheidung über Fortsetzung.

Für wen ist Lenire geeignet?

Lenire richtet sich an Erwachsene mit chronischem subjektivem Tinnitus – unabhängig davon, ob zusätzlich ein Hörverlust besteht. Die Behandlung ist speziell für den subjektiven Tinnitus konzipiert, da dieser die mit Abstand häufigste Form ist und nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen wird. Eine fachärztliche Abklärung beim HNO-Arzt oder einem spezialisierten Akustiker ist Voraussetzung für die Nutzung. Menschen mit Hyperakusis (Lärmüberempfindlichkeit) sollten dies vorab mit ihrem Behandler besprechen, da die Lautstärke individuell angepasst werden kann.

Wie lange dauert die Lenire Therapie?

Die klinischen Studien von Neuromod erstreckten sich über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Manche Patienten spüren erste Verbesserungen bereits nach sechs Wochen, bei anderen dauert es die vollen zwölf Wochen oder etwas länger. Die tägliche Anwendung erfolgt nach einem personalisierten Behandlungsplan (zwei 30-minütige Sitzungen) und wird durch zwei bis drei Kontrolltermine beim Behandler begleitet. Viele Anwender nutzen das Gerät auch über die Anfangsbehandlung hinaus.

Lenire Erfahrungen 

Die Erfahrungen mit Lenire aus klinischen Studien und realen Anwendungsberichten sind überwiegend positiv. Über alle drei großen klinischen Studien (TENT-A1, TENT-A2, TENT-A3) hinweg würden 83 % der Teilnehmenden Lenire zur Behandlung von Tinnitus weiterempfehlen.

Im Rahmen der TENT-A1-Studie (326 Teilnehmende) berichteten 86,2 % der therapietreuen Patienten von einer Verbesserung des THI-Wertes (Tinnitus Handicap Inventory) nach 12 Wochen Behandlung. Besonders bemerkenswert: 80,1 % verzeichneten diese Verbesserung auch noch 12 Monate nach Abschluss der Behandlung. Die TENT-A2-Studie zeigte einen durchschnittlichen Rückgang des Tinnitus um 20,3 THI-Punkte – das entspricht einer vollen Schweregrad-Stufe, zum Beispiel von „moderat“ zu „leicht“.

Patientenstimmen aus der klinischen Praxis verdeutlichen die Bandbreite der positiven Lenire-Erfahrungen. Zu beachten ist, dass zu Beginn der Behandlung bei manchen Patienten eine vorübergehende Schwankung der Tinnitus-Stärke auftreten kann. In keinem Fall der TENT-A1-Studie kam es jedoch zu einer langfristigen Verschlechterung der Symptome. Experten empfehlen, die Behandlung mindestens 10 Wochen durchzuführen, bevor eine Bewertung der Ergebnisse erfolgt.

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Lenire Deutschland: Verfügbarkeit & Standorte

Lenire ist in Deutschland über ein wachsendes Netzwerk aus spezialisierten HNO-Ärzten und Hörakustikern erhältlich. Das Gerät kann nicht frei im Handel erworben werden, da es individuell an das Tinnitus- und Hörprofil des Patienten angepasst werden muss. Der Zugang erfolgt ausschließlich über zertifizierte Lenire-Behandler, die eine spezielle Schulung durch Neuromod absolviert haben.

Um einen Lenire-Behandler in Ihrer Nähe zu finden, steht auf der offiziellen Lenire-Website eine interaktive Partnerkarte zur Verfügung. Lenire verfügt über fachkundige Behandler in ganz Europa und den USA. Über die Karte können Patienten gezielt nach Standorten in Deutschland suchen und direkt Kontakt aufnehmen.

Der typische Behandlungsablauf in Deutschland: Nach einem ersten Termin für Diagnose und Geräteanpassung wird Lenire zur Heimanwendung mitgegeben. Zwei weitere Kontrolltermine (nach 6–12 und nach 12–24 Wochen) begleiten die Therapie und ermöglichen eine feinjustierte Anpassung der Stimulationsparameter.

Lenire Tinnitus Kosten & Krankenkasse

Die Lenire Tinnitus Kosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen: den Diagnose- und Therapiekosten des Behandlers sowie den Kosten für das Gerätesystem. Da jeder Behandler seinen Preis eigenständig kalkuliert, variieren die konkreten Beträge je nach Standort und Leistungsumfang. Für eine individuelle Preisauskunft empfiehlt sich daher die direkte Kontaktaufnahme mit einem zertifizierten Lenire-Behandler.

Hinsichtlich der Kostenerstattung durch gesetzliche Krankenkassen gilt: Lenire ist eine sehr neue Behandlungsmethode, und es besteht noch keine generelle Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Es gibt jedoch die Möglichkeit, einen Einzelfallantrag bei der eigenen Krankenkasse einzureichen – jede Kasse entscheidet dabei individuell. Die Prüfung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Private Krankenversicherungen (PKV) können je nach Tarif eine Erstattung ermöglichen.

Steuerliche Aspekte: In Deutschland können Aufwendungen für Lenire unter bestimmten Voraussetzungen als „außergewöhnliche Belastung“ steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung ist unter anderem ein amtsärztliches Attest über die medizinische Notwendigkeit der Behandlung vor Therapiebeginn. Die tatsächliche Steuerersparnis hängt von Einkommen, Familienstand und Kinderzahl ab.

FAQ über das Lenire Gerät

Kann Lenire im Laden oder online gekauft werden?

Nein. Lenire ist kein frei verkäufliches Produkt. Da das Gerät individuell auf das Tinnitus- und Hörprofil des Patienten angepasst werden muss, ist der Erwerb ausschließlich über einen zertifizierten Lenire-Behandler möglich. Der Kauf gebrauchter Geräte oder die Weitergabe an Dritte ist ausdrücklich nicht erlaubt.

Ist Lenire auch bei Hörverlust geeignet?

Ja. Lenire kann auch bei Patienten eingesetzt werden, die gleichzeitig einen Hörverlust haben. Das Gerät wird individuell auf das audiologische Profil abgestimmt. Bei besonderer Lärmüberempfindlichkeit (Hyperakusis) sollte die Anpassung in enger Absprache mit dem Behandler erfolgen, da die Lautstärke der Kopfhörer individuell reguliert werden kann.

Wie oft muss man das Lenire Device anwenden?

Empfohlen werden täglich zwei 30-minütige Anwendungen. Diese können zu unterschiedlichen Tageszeiten oder direkt hintereinander durchgeführt werden. Für optimale Ergebnisse ist es wichtig, eine regelmäßige Routine einzuhalten und eine ruhige Umgebung ohne Ablenkung (z. B. laufender Fernseher) zu wählen.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Lenire Therapie?

Die Behandlung mit Lenire gilt als sicher. In klinischen Studien kam es bei manchen Patienten zu Beginn zu vorübergehenden Schwankungen der Tinnitus-Stärke, die sich im Verlauf der Behandlung reduzierten. Eine langfristige Verschlechterung der Symptome wurde in keiner Studie beobachtet. Gelegentlicher leichter metallischer Nachgeschmack durch den Tonguetip ist möglich und unbedenklich. Bei Auffälligkeiten sollte der Behandler kontaktiert werden.

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